Plötzlich ist es Abend
Roman, 1995
erhältlich bei btb-Verlag sowie als eBook bei Kindle

Jeder steht allein auf dem Herzen der Erde, durchdrungen von einem Strahl Sonne, und plötzlich ist es Abend.
Salvatore Quasimodo

„Plötzlich ist es Abend“ spielt in Leningrad/ St. Petersburg zwischen 1926 und 1993 und ist die Geschichte der Popentochter Ljusja, die gern glücklich sein möchte. Ljusja sucht ihr Heil in der Liebe und ist – vielleicht gerade deswegen – meist auf sich allein gestellt. Zudem sind die Verhältnisse schwierig: Wie alle zappelt Ljusja in den Maschen eines absurden, rigiden Systems, das in die intimsten Bereiche des Privatlebens hineinwirkt; wie viele gerät sie in die Mühlen der Ideologie, derer sie sich freilich ebenso unbefangen wie unbedenklich zu bedienen versucht. Sie macht ziemlich viel Quatsch, müht sich, trifft dabei auf andere Menschen, die ebenfalls kämpfen (mit den Verhältnissen und miteinander), keiner kann was dafür, und übrig bleibt ein zugrundegerichtetes Land. Es ist das Protokoll eines Niedergangs, aber auch eine Geschichte von unermüdlichem Kampfgeist, Mut und Witz, von Liebe und Freundschaft. Es ist die faszinierende, komische, schreckliche, unglaubliche Geschichte einer russischen Mutter Courage.

"Wie kann das eine so junge Person wie diese Frau Morsbach, eine außerhalb der direktesten Erfahrung, besser erfaßt haben als die Akteure und Provokateure? ... Hier wurde die Wahrheit ausgesprochen als eine bereichernde Version des Lebens. Ich habe nie so eine packende Schilderung der vita sovjetica in der Hand gehabt."

Jiří Gruša in der Laudatio zur Verleihung des Literaturpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung 2007 an Petra Morsbach