Der Cembalospieler
Roman, 2008
erhältlich bei Piper-Verlag sowie als eBook bei Kindle

Der Hausherr hielt eine lange und ehrende Einführungsrede auf mich. Dann spielte ich auf seinen Wunsch die Chromatische Fantasie und kam überraschend gut an. Nur die vom Jetlag gezeichneten Brauteltern aus Australien schliefen an verschiedenen Seiten des Auditoriums wie von Kugeln getroffen,mit offenen Mündern.

"Es war der herrlichste Klang, den ich je gehört hatte. Ich kniete auf dem Teppich und weinte. Pures Gold! Auch heute noch denke ich beim Cembalo immer an Gold. Klavier ist schwarzgrau - wuchtig, mechanisch, schweißtreibend, Orgel silber - säuerlich metallisch. Das Cembalo aber funkelt und strahlt."
Und schon erliegt auch der Leser der Aura eines Außenseiterinstruments - durch die hohe Kunst der Autorin, eine an sich tragische Künstlerbiografie nicht in Larmoyanz zu ertränken. "Der Cembalospieler" ist ein kraftvolles Plädoyer für ein verkanntes Instrument, ein psychologisch überzeugender Künstlerroman - und vor allem eine Hymne an Johann Sebastian Bach.
Michael Atzinger, BAYERN 4 KLASSIK

Aber der Roman wird gottlob nicht zur Erfolgsstory eines Ausnahme-Cembalisten, die die Auftritte und Aufnahmen wie Perlen an einer Schnur aufreiht, sondern er zielt aufs Wesentliche: die Künstlerexistenz. Und die ist heikel. Das Gelingen ist nur durch eine haarfeine Grenze vom Absturz entfernt, geben muss man alles. Die Kunst gibt auch, aber sie frisst einen auch auf. «Unaufhörlich bedient der Künstler die komplizierte Maschinerie seines Talents und füttert sie mit dem Kraftstoff des Lebens, den er sich selbst versagt.»
Martin Ebel, ZÜRCHER TAGESANZEIGER

Erfüllt und vielleicht sogar glücklich oder zumindest mit dem eigenen Schicksal versöhnt scheint Bauer am Ende mit all den Umwegen und Wirrungen, Triumphen und Niederlagen und Erfahrungen von seelischen und manchmal auch körperlichen Grausamkeiten. […] Und die anschließende, kleine, einfache Hymne auf Bachs Goldberg-Variationen läßt auch den Leser nach der Lektüre erfüllt und glücklich zurück.
Renée Zucker, INFORADIO BERLIN BRANDENBURG